Bartholomäus Bruyn d. Ä.: Essener Altar, Beweinung, 1525Bartholomäus Bruyn d. Ä.:
"Essener Altar", "Beweinung", 1525

Karin Temme - Gemälderestaurierung

„Die Restaurierung muss sich die Wiederherstellung der potentiellen Einheit eines Kunstwerks zum Ziel setzen, unter der Voraussetzung, dass dies möglich ist, ohne eine historische oder künstlerische Fälschung zu begehen und ohne die Spuren der Zeit auf dem Kunstwerk zu löschen“ Cesare Brandi, „Teoria del Restauro", Torino, 1963

Ästhetische Aussage und historisches Dokument

Restaurieren ist ein kritisches Manöver zwischen dem Anspruch der Geschichtstreue und dem ästhetischen Genuss.

Das Kunstwerk ist das Erzeugnis künstlerischen Schaffens. Es genießt Bewunderung für seine meisterhafte, einzigartige Ausführung. Daneben sind Kunstwerke historische Zeugnisse und verlangen, dass man ihnen die Spuren des Alters lässt. Material altert, es verändert im Laufe der Jahre Form und Aussehen. Es verliert an Stabilität und Elastizität. Zudem bleiben Kunstwerke nicht unberührt, so dass auch die früheren Restaurierungen einen untrennbaren Teil des momentanen Zustands bilden.

Dem Restaurator obliegt es nun, die lebendige Geschichte eines Kunstwerks als Zeitzeugnis zu respektieren und zu erhalten. Er muss die inhaltliche und formale Ablesbarkeit und die ästhetische Aussage eines Kunstwerks wieder gewinnen. Dabei geht es nicht allein darum, den entstehungszeitlichen, ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Vielmehr bedarf es eines individuellen Konzeptes, um die Identität und Qualität eines Kunstwerkes zu wahren. Durch fachgerechte Schadensvorbeugung und Konservierung kann sein materieller Wert erhalten oder gar erhöht werden.

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